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Pappmaché-Figuren bauen: Gerüst, Aufbau und Standfestigkeit

Vom Drahtgerüst zur fertigen Figur: Proportionen festlegen, Volumen aufbauen, kaschieren, Details modellieren und den Stand sichern.

Kurz gesagt

Eine Pappmaché-Figur entsteht in vier Stufen: Drahtgerüst für Haltung und Proportion, Volumenaufbau mit zusammengedrückter Alufolie oder geknülltem Papier, drei bis fünf kaschierte Lagen für die feste Haut und zuletzt Details aus Papierbrei. Die Standfestigkeit kommt vom beschwerten Sockel, nicht von den Beinen — Pappmaché ist zu leicht, um eine stehende Figur allein zu tragen.

Von Redaktion Aura Shop

Bei einer Figur entscheidet sich alles vor der ersten Papierlage. Wer mit dem Kaschieren beginnt, bevor Haltung und Volumen stehen, korrigiert später an einer Schicht herum, die sich nicht mehr korrigieren lässt.

Die Grundtechnik — Streifen, Lagen, Trocknung — steht in Pappmaché: Kleister, Schichten und Trocknung. Hier geht es um das, was bei Figuren dazukommt.

Stufe 1: Das Gerüst

Das Gerüst legt Haltung und Proportion fest und trägt später das Gewicht.

Material. Aluminiumdraht, 2 bis 3 Millimeter für Figuren bis etwa 30 Zentimeter, ab 4 Millimeter darüber. Zwei verdrillte dünne Drähte halten besser gegen Verdrehen als ein einzelner dicker. Dazu Kleister — welcher sich wofür eignet und wie er selbst gekocht wird, steht in Kleister selber machen.

Aufbau. Ein durchgehender Draht bildet eine Beinachse, führt nach oben durch den Rumpf und wieder hinunter ins andere Bein. Arme werden als zweiter Draht quer durch die Schulterhöhe geführt und mit Bindedraht am Rumpf fixiert. Der Kopf bekommt eine kleine Drahtschlaufe als Halt für die spätere Masse.

Proportion. Ein einfacher Anhaltspunkt für menschliche Figuren ist die Kopfhöhe als Maßeinheit: etwa siebeneinhalb Kopfhöhen für eine erwachsene Figur, vier bis fünf für eine kindliche oder comichafte. Diese Entscheidung fällt jetzt, nicht später.

Haltung. Das Gerüst so biegen, dass die Figur schon als Strichmännchen funktioniert. Eine Haltung, die als Draht nicht überzeugt, überzeugt auch mit Papier darüber nicht.

Stufe 2: Volumen

Über das Gerüst kommt Masse — nicht als Papierlage, sondern als Füllung.

Alufolie ist das beste Material dafür: Sie lässt sich fest zusammendrücken, hält ihre Form, nimmt keine Feuchtigkeit auf und macht die Figur nicht schwerer als nötig. Um Rumpf, Oberschenkel und Kopf jeweils ein Stück Folie legen und fest andrücken.

Geknülltes Zeitungspapier mit Klebeband funktioniert ebenfalls und ist billiger, saugt aber Feuchtigkeit aus dem Kleister und verlängert die Trocknungszeit erheblich.

Die Grundform soll am Ende dieser Stufe etwas kleiner sein als die gewünschte Endform. Die Papierlagen tragen auf, und der Papierbrei später noch einmal.

Stufe 3: Kaschieren

Drei bis fünf Lagen genügen bei einer Figur — sie muss nicht tragen wie eine Schale, sondern nur die Form halten.

  • Schmale Streifen von ein bis zwei Zentimetern verwenden, breitere werfen an Rundungen Falten.
  • Lagen kreuzweise legen.
  • An Übergängen wie Hals, Achsel und Kniekehle die Streifen um die Stelle wickeln statt aufzulegen.
  • Nach jeder zweiten Lage vollständig durchtrocknen lassen.

Stufe 4: Details modellieren

Gesicht, Finger, Falten und Haare entstehen aus Papierbrei, nicht aus Streifen. Der Brei wird in kleinen Portionen aufgetragen und mit einem feuchten Modellierwerkzeug in Form gebracht.

Zwei Regeln sparen Ärger:

Dünn auftragen. Dicke Breischichten trocknen außen zuerst, reißen und lösen sich vom Untergrund. Lieber zweimal dünn.

Von innen nach außen. Erst die großen Volumen wie Nase und Wangen, nach dem Trocknen die feinen Linien.

Standfestigkeit

Pappmaché wiegt fast nichts, und der Schwerpunkt einer stehenden Figur sitzt zu hoch. Drei Wege:

  1. Beschwerter Sockel. Die Drahtenden der Beine in ein Brett bohren oder in eine flache Form aus Gips gießen. Wie Gips angerührt wird, steht in Gips anrühren.
  2. Dritte Auflage. Stock, Schwanz, Baumstumpf oder ein angelehnter Gegenstand vergrößern die Standfläche zum Dreieck.
  3. Gewicht nach unten. Eine Mutter oder ein Stein im Fußbereich, bevor kaschiert wird.

Oberfläche

  1. Schleifen mit 120er bis 240er Papier.
  2. Fehlstellen mit Brei füllen, trocknen lassen, nachschleifen.
  3. Grundieren mit Gesso oder weißer Acrylfarbe, sonst schlägt der Zeitungsdruck durch.
  4. Bemalen mit Acrylfarbe.
  5. Versiegeln mit zwei bis drei dünnen Schichten Acryllack.

Wenn Pappmaché nicht das richtige Material ist

Für Figuren mit feinen, scharfkantigen Details oder für Serien ist eine Modelliermasse die bessere Grundlage — welche wofür taugt, vergleicht Modelliermasse im Vergleich. Und wer eine Figur mehrfach braucht, modelliert das Original einmal und formt es ab: Silikonform selber machen.

Häufige Fragen

Welchen Draht nehme ich für das Gerüst?

Aluminiumdraht mit zwei bis drei Millimetern Stärke ist für Figuren bis etwa 30 Zentimeter der beste Kompromiss: weich genug, um ihn mit der Hand zu biegen, und fest genug, um die Haltung zu halten. Für größere Figuren nimmt man vier Millimeter oder verdrillt zwei dünnere Drähte, was zusätzlich Stabilität gegen Verdrehen bringt. Blumendraht ist zu weich und gibt unter dem Gewicht des feuchten Papiers nach. Verzinkter Basteldraht funktioniert, lässt sich aber schwerer präzise biegen.

Warum kippt meine Figur ständig um?

Weil das Gewicht oben sitzt und der Stand zu klein ist. Pappmaché ist sehr leicht, und eine Figur mit Kopf, Armen und Umhang hat ihren Schwerpunkt fast immer über der Standfläche statt darin. Die Lösung ist ein Sockel, in den die Drahtenden der Beine eingelassen und beschwert werden — mit Gips, einer Metallscheibe oder einer eingeklebten Mutter. Ein zweiter Weg ist eine dritte Auflage: ein Stock, ein Schwanz oder ein Baumstumpf, der das Dreieck vergrößert.

Wie lange braucht eine Figur zum Trocknen?

Bei zimmerwarmer, luftiger Aufstellung rechnen Sie mit ein bis zwei Tagen je Lagenpaar, bei einer kompletten Figur mit fünf bis zehn Tagen. Entscheidend ist nicht die Gesamtzeit, sondern dass zwischen den Lagen wirklich durchgetrocknet wird — eine Figur mit geschlossener Außenhaut und feuchtem Kern schimmelt von innen und riecht dann muffig, ohne dass man die Ursache sieht. Fertig ist ein Teil, wenn es sich leicht anfühlt und beim Klopfen hohl klingt.

Kann ich die Figur draußen aufstellen?

Nicht dauerhaft. Pappmaché ist Papier und Kleister und nimmt Feuchtigkeit auf, egal wie gut es lackiert ist — über kurz oder lang findet Wasser eine Fehlstelle, und die Figur weicht von innen auf. Für einen Nachmittag im Trockenen oder eine überdachte Terrasse reicht eine mehrschichtige Acryllackversiegelung. Für dauerhaft draußen sind andere Werkstoffe die richtige Wahl, etwa ein Abguss aus Gießharz über eine abgeformte Pappmaché-Vorlage.