Zum Inhalt springen
Aura Shop

Textilfarben, Batik und Seidenmalerei

Ob Farbe im Stoff bleibt, entscheidet sich beim Fixieren. Faserart und Farbtyp müssen zusammenpassen, sonst wäscht sich das Ergebnis nach zwei Wäschen heraus.

Kurz gesagt

Ob Farbe im Stoff bleibt, entscheidet die Kombination aus Faser und Farbtyp. Reaktivfarben binden chemisch an Baumwolle und Viskose, Säurefarben an Wolle und Seide. Kunstfasern wie Polyester lassen sich mit Haushaltsmitteln praktisch nicht durchfärben.

Textilfarbe ist kein einheitliches Produkt. Was hält, hängt davon ab, ob der Farbstoff zur Faser passt und ob richtig fixiert wurde. Diese beiden Fragen entscheiden über das Ergebnis, alles andere ist Technik.

Farbe und Faser müssen zusammenpassen

FaserPassender FarbtypFixierung
Baumwolle, Leinen, ViskoseReaktivfarbstoffSoda, teils Salz, Ruhezeit
Wolle, SeideSäurefarbstoffHitze und Säure, meist Essig
Polyester, PolyacrylDispersionsfarbstoffhohe Temperatur, kaum haushaltstauglich
Mischgewebenur der Naturanteil färbtwie Naturfaser, Ergebnis heller

Daneben stehen Stoffmalfarben, die nicht in die Faser eindringen, sondern als Pigmentschicht aufliegen. Sie funktionieren auf fast allen Fasern, machen den Stoff aber etwas steifer und werden durch Bügeln fixiert.

Vor jedem Färben wird der Stoff gewaschen. Appreturen und Weichspüler aus der Produktion verhindern, dass die Farbe gleichmäßig aufgenommen wird.

Batik und Shibori

Das Prinzip ist immer dasselbe: Wo der Stoff abgebunden, gefaltet, geklemmt oder mit Wachs abgedeckt ist, kommt keine Farbe hin.

  • Abbinden mit Schnur ergibt die klassischen Kreise und Sonnen.
  • Falten und Klemmen zwischen zwei Holzstücken ergibt geometrische Muster.
  • Nähen und Zusammenziehen erlaubt gezielte Formen.
  • Wachsreserve wird aufgetragen, gefärbt und danach ausgebügelt oder ausgekocht. Die feinen Risse im Wachs ergeben die typische Marmorierung.

Bei mehreren Farbgängen gilt: von hell nach dunkel. Eine dunkle Farbe lässt sich nicht mehr aufhellen.

Seidenmalerei

Seide nimmt Farbe sofort und großflächig auf, deshalb arbeitet man mit Begrenzungen.

Serti-Technik: Konturen mit Gutta ziehen, vollständig trocknen lassen, dann die Felder ausmalen. Die Farbe läuft bis zur Kontur und bleibt dort stehen. Eine unterbrochene Guttalinie führt zuverlässig dazu, dass die Farbe ausbricht.

Salztechnik: Grobes Salz in die noch feuchte Farbe streuen. Das Salz zieht Farbe an und erzeugt Strukturen. Danach abschütteln.

Aquarelltechnik: Ohne Kontur auf angefeuchteter Seide, für weiche Verläufe ohne harte Kanten.

Seide wird gespannt, damit sie den Rahmen nicht berührt. Jeder Kontakt mit einer Unterlage zieht Farbe.

Fixieren

Der Schritt, an dem die meisten Arbeiten scheitern.

  • Stoffmalfarben: in der Regel Bügeln von links, mehrere Minuten, bei der für das Gewebe zulässigen Temperatur, ohne Dampf.
  • Reaktivfarben: Soda im Färbebad oder als Vorbehandlung, danach Ruhezeit, dann gründlich spülen bis das Wasser klar bleibt.
  • Säurefarben: Hitze im Bad mit Essigzusatz.
  • Seidenmalfarben: je nach System Bügeln oder Dämpfen.

Die verbindlichen Zeiten und Temperaturen stehen auf der Verpackung, sie unterscheiden sich zwischen Herstellern deutlich.

Sicherheit

Farbstoffpulver ist lungengängig und sollte nicht im Wohnraum abgewogen werden. Soda ist stark alkalisch und gehört nicht auf die Haut und schon gar nicht ins Auge. Gefäße und Werkzeuge, die für Farbstoffe benutzt wurden, danach nicht mehr für Lebensmittel verwenden.

Weiter im Thema

Farbaufträge mit der Pistole auf Stoff behandelt der Bereich Airbrush. Farbe auf Papier und Leinwand steht unter Malbedarf.

Ratgeber in diesem Bereich

Häufige Fragen

Warum wäscht sich meine Textilfarbe aus?

Meist wurde nicht oder falsch fixiert. Stoffmalfarben werden in der Regel durch Bügeln fixiert, üblich sind einige Minuten bei der für das Gewebe zulässigen Temperatur. Färbemittel brauchen je nach System Salz, Soda oder Hitze. Ohne diesen Schritt liegt die Farbe nur auf der Faser und geht bei der ersten Wäsche ab.

Kann ich Polyester färben?

Mit üblichen Haushaltsfarben kaum. Polyester ist hydrophob und nimmt Reaktiv- oder Säurefarben nicht auf. Es braucht Dispersionsfarbstoffe und Temperaturen, die im Haushalt schwer erreichbar sind. Für Mischgewebe färbt sich nur der Naturfaseranteil, das Ergebnis wird entsprechend heller als erwartet.

Was ist der Unterschied zwischen Batik und Shibori?

Beides sind Reservetechniken, bei denen abgebundene Stellen keine Farbe annehmen. Batik im engeren Sinn arbeitet klassisch mit Wachs als Reserve, Shibori ist die japanische Technik des Abbindens, Faltens, Nähens und Wickelns. Umgangssprachlich wird Batik heute für beides verwendet.

Wozu dient Gutta bei der Seidenmalerei?

Gutta ist eine Konturenpaste, die auf die Seide aufgetragen wird und dort das Verlaufen der Farbe stoppt. Sie begrenzt Farbfelder wie die Bleistege bei einem Glasfenster. Es gibt Gutta auf Lösemittelbasis, die nach dem Fixieren ausgewaschen wird, und wasserbasierte Varianten.

Weitere Themenbereiche