Gips anrühren: Verhältnis, Sumpfen, Verarbeitungszeit
Warum Gips ins Wasser gestreut wird, was Sumpfen bewirkt und wie man blasenfreie, harte Abgüsse bekommt.
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Viele Bastelwerkstoffe lassen sich gegeneinander tauschen, andere nicht. Dieser Bereich ordnet sie nach Verarbeitung, Trockenzeit und Belastbarkeit.
Kurz gesagt
Bastelwerkstoffe unterscheiden sich vor allem in Trockenzeit, Belastbarkeit und Nachbearbeitung. Gips ist billig und schnell, aber spröde; lufttrocknende Massen sind bequem, aber wenig fest; Ofenhärtende Modelliermassen sind stabil, brauchen aber einen Backofen.
Viele Bastelwerkstoffe lassen sich gegeneinander tauschen, andere nicht. Wer weiß, wie ein Material trocknet und wie belastbar es danach ist, wählt schneller richtig.
| Material | Härtung | Belastbarkeit | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Modelliergips | chemisch, Minuten | mittel, spröde | günstig, sehr detailtreu |
| Lufttrocknende Masse | Verdunstung, Tage | gering | schwindet, kann reißen |
| Ofenhärtende Masse | Backofen, ca. 110 bis 130 °C | hoch | Temperatur nach Herstellerangabe |
| Papiermaché | Verdunstung, Tage | gering, leicht | sehr leicht, gut für Großes |
| Epoxid-Knetmasse | chemisch, Stunden | sehr hoch | schleifbar, bohrbar |
| Plastilin | härtet nicht | keine | für Urmodelle und Trennebenen |
Plastilin ist der Sonderfall: Es härtet bewusst nie aus und ist deshalb das Material für Urmodelle, die anschließend abgeformt werden, siehe Abformtechnik. Achtung: Viele Knetmassen enthalten Schwefel und vergiften Platinsilikon.
Gips ist billig und verzeiht wenig:
Angezogener Gips lässt sich nicht wiederbeleben. Wer ihn nachträglich mit Wasser verdünnt, bekommt eine Masse, die nie richtig fest wird.
Gipsreste gehören nicht in den Abfluss, sie härten im Siphon aus.
Zwei Wege führen zum Ziel: Streifen aus Zeitungspapier mit Kleister über eine Form legen, oder Papierbrei aus eingeweichtem Papier und Kleister modellieren. Streifen sind stabiler und gleichmäßiger, Brei erlaubt plastische Formen.
Jede Lage muss durchtrocknen, bevor die nächste kommt. Sonst schimmelt es innen, während außen alles fertig aussieht.
Moosgummi ist zuschneidbar, wasserfest und stanzbar, ideal für Kinderprojekte und Applikationen. Es lässt sich mit Kontaktkleber oder Heißkleber verbinden, Weißleim hält darauf schlecht.
Filz gibt es als Bastelfilz aus Kunstfaser und als Wollfilz. Wollfilz lässt sich nass- und nadelfilzen, Kunstfaserfilz nicht.
Ein scharfes Skalpell oder Cuttermesser schneidet besser als eine Schere und sicherer als ein stumpfes Messer. Dazu eine Schneidematte, ein Stahllineal und Schleifpapier in mehreren Körnungen. Eine Laubsäge deckt feine Ausschnitte in Holz und Kunststoff ab.
Gipsstaub und Schleifstaub sind lungengängig, deshalb draußen oder mit Absaugung arbeiten. Lösemittelhaltige Kleber brauchen Lüftung. Heißkleber wird heiß genug für Verbrennungen. Bei Kindern gilt: Werkzeug und Material nach Alter auswählen und die Herstellerfreigaben beachten.
Für Abgüsse und Formen siehe Abformtechnik und Gießharz, für das Bemalen fertiger Objekte Malbedarf und Airbrush.
Warum Gips ins Wasser gestreut wird, was Sumpfen bewirkt und wie man blasenfreie, harte Abgüsse bekommt.
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Modellgips ist der Allrounder für Abgüsse und Formen. Alabastergips ist feiner und ergibt glattere, härtere Oberflächen, ist aber teurer. Gipsbinden sind für Stützschalen und für Abformungen am Körper gedacht. Wichtig ist immer, den Gips in das Wasser einzustreuen und nicht umgekehrt, und ihn kurz sumpfen zu lassen, bevor gerührt wird.
Vollständig durchtrocknen lassen, was je nach Schichtdicke Tage dauern kann, und danach versiegeln. Eine Grundierung und ein Lack oder eine Schicht Acrylbinder schützen vor Feuchtigkeit. Ungeschütztes Pappmaché zieht Wasser und verformt sich.
Für Papier und Karton Weißleim, für Kunststoffe Plastikkleber oder Sekundenkleber, für Textil und flexible Verbindungen Kontaktkleber oder Textilkleber, für Kombinationen aus Glas, Metall und Kunststoff meist Zweikomponentenkleber. Heißkleber ist schnell und hält viel, ist aber nicht temperaturbeständig und nicht schön.
Nicht automatisch. Zu achten ist auf die Kennzeichnung nach EN 71 für Spielzeug beziehungsweise auf ausdrückliche Freigaben des Herstellers. Kritisch sind Klebstoffe mit Lösemitteln, Sprühfarben, Gips beim Anmischen wegen des Staubs und alles, was verschluckt werden kann.