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Basteln: Werkstoffe und Techniken

Viele Bastelwerkstoffe lassen sich gegeneinander tauschen, andere nicht. Dieser Bereich ordnet sie nach Verarbeitung, Trockenzeit und Belastbarkeit.

Kurz gesagt

Bastelwerkstoffe unterscheiden sich vor allem in Trockenzeit, Belastbarkeit und Nachbearbeitung. Gips ist billig und schnell, aber spröde; lufttrocknende Massen sind bequem, aber wenig fest; Ofenhärtende Modelliermassen sind stabil, brauchen aber einen Backofen.

Viele Bastelwerkstoffe lassen sich gegeneinander tauschen, andere nicht. Wer weiß, wie ein Material trocknet und wie belastbar es danach ist, wählt schneller richtig.

Modelliermassen im Vergleich

MaterialHärtungBelastbarkeitBemerkung
Modelliergipschemisch, Minutenmittel, sprödegünstig, sehr detailtreu
Lufttrocknende MasseVerdunstung, Tagegeringschwindet, kann reißen
Ofenhärtende MasseBackofen, ca. 110 bis 130 °ChochTemperatur nach Herstellerangabe
PapiermachéVerdunstung, Tagegering, leichtsehr leicht, gut für Großes
Epoxid-Knetmassechemisch, Stundensehr hochschleifbar, bohrbar
Plastilinhärtet nichtkeinefür Urmodelle und Trennebenen

Plastilin ist der Sonderfall: Es härtet bewusst nie aus und ist deshalb das Material für Urmodelle, die anschließend abgeformt werden, siehe Abformtechnik. Achtung: Viele Knetmassen enthalten Schwefel und vergiften Platinsilikon.

Gips richtig anrühren

Gips ist billig und verzeiht wenig:

  1. Wasser abmessen, Gips in das Wasser einstreuen, nicht umgekehrt.
  2. Einsinken lassen, bis der Gips durchfeuchtet ist, das sogenannte Sumpfen.
  3. Blasenarm rühren, nicht schlagen.
  4. Zügig verarbeiten, die Verarbeitungszeit ist kurz und lässt sich nicht verlängern.

Angezogener Gips lässt sich nicht wiederbeleben. Wer ihn nachträglich mit Wasser verdünnt, bekommt eine Masse, die nie richtig fest wird.

Gipsreste gehören nicht in den Abfluss, sie härten im Siphon aus.

Papiermaché

Zwei Wege führen zum Ziel: Streifen aus Zeitungspapier mit Kleister über eine Form legen, oder Papierbrei aus eingeweichtem Papier und Kleister modellieren. Streifen sind stabiler und gleichmäßiger, Brei erlaubt plastische Formen.

Jede Lage muss durchtrocknen, bevor die nächste kommt. Sonst schimmelt es innen, während außen alles fertig aussieht.

Moosgummi, Filz und Co.

Moosgummi ist zuschneidbar, wasserfest und stanzbar, ideal für Kinderprojekte und Applikationen. Es lässt sich mit Kontaktkleber oder Heißkleber verbinden, Weißleim hält darauf schlecht.

Filz gibt es als Bastelfilz aus Kunstfaser und als Wollfilz. Wollfilz lässt sich nass- und nadelfilzen, Kunstfaserfilz nicht.

Klebstoffe

  • Weißleim für Papier, Karton, Holz. Trocknet transparent, ist nicht wasserfest.
  • Plastikkleber für Polystyrol, verschweißt das Material.
  • Sekundenkleber für punktuelle, feste Verbindungen. Spröde, füllt keine Spalte, außer mit Füllstoff.
  • Zweikomponentenkleber für belastete Verbindungen und Materialmix.
  • Heißkleber schnell und stark, aber nicht temperaturfest und optisch grob.
  • Kontaktkleber für flexible Materialien und große Flächen, beidseitig auftragen und ablüften lassen.

Werkzeug

Ein scharfes Skalpell oder Cuttermesser schneidet besser als eine Schere und sicherer als ein stumpfes Messer. Dazu eine Schneidematte, ein Stahllineal und Schleifpapier in mehreren Körnungen. Eine Laubsäge deckt feine Ausschnitte in Holz und Kunststoff ab.

Sicherheit

Gipsstaub und Schleifstaub sind lungengängig, deshalb draußen oder mit Absaugung arbeiten. Lösemittelhaltige Kleber brauchen Lüftung. Heißkleber wird heiß genug für Verbrennungen. Bei Kindern gilt: Werkzeug und Material nach Alter auswählen und die Herstellerfreigaben beachten.

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Für Abgüsse und Formen siehe Abformtechnik und Gießharz, für das Bemalen fertiger Objekte Malbedarf und Airbrush.

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Häufige Fragen

Welcher Gips für welchen Zweck?

Modellgips ist der Allrounder für Abgüsse und Formen. Alabastergips ist feiner und ergibt glattere, härtere Oberflächen, ist aber teurer. Gipsbinden sind für Stützschalen und für Abformungen am Körper gedacht. Wichtig ist immer, den Gips in das Wasser einzustreuen und nicht umgekehrt, und ihn kurz sumpfen zu lassen, bevor gerührt wird.

Wie mache ich Pappmaché haltbar?

Vollständig durchtrocknen lassen, was je nach Schichtdicke Tage dauern kann, und danach versiegeln. Eine Grundierung und ein Lack oder eine Schicht Acrylbinder schützen vor Feuchtigkeit. Ungeschütztes Pappmaché zieht Wasser und verformt sich.

Womit klebe ich welches Material?

Für Papier und Karton Weißleim, für Kunststoffe Plastikkleber oder Sekundenkleber, für Textil und flexible Verbindungen Kontaktkleber oder Textilkleber, für Kombinationen aus Glas, Metall und Kunststoff meist Zweikomponentenkleber. Heißkleber ist schnell und hält viel, ist aber nicht temperaturbeständig und nicht schön.

Sind Bastelmaterialien für Kinder unbedenklich?

Nicht automatisch. Zu achten ist auf die Kennzeichnung nach EN 71 für Spielzeug beziehungsweise auf ausdrückliche Freigaben des Herstellers. Kritisch sind Klebstoffe mit Lösemitteln, Sprühfarben, Gips beim Anmischen wegen des Staubs und alles, was verschluckt werden kann.

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