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Airbrush: Pistolen, Farben und Kompressoren

Airbrush verzeiht wenig. Düsengröße, Luftdruck und Farbviskosität hängen voneinander ab, und fast jeder typische Fehler lässt sich auf eine dieser drei Größen zurückführen.

Kurz gesagt

Für den Einstieg reicht eine Double-Action-Pistole mit 0,3 mm Düse und ein Kompressor mit Drucktank und Wasserabscheider. Fast alle typischen Probleme lassen sich auf drei Größen zurückführen: Düsengröße, Luftdruck und Farbviskosität.

Airbrush ist ein Zusammenspiel aus drei Größen: Düse, Druck und Farbe. Wenn das Ergebnis nicht stimmt, liegt es fast immer an einer davon, und meistens an der Farbe.

Single Action oder Double Action

Bei einer Single-Action-Pistole regelt der Hebel nur die Luft, die Farbmenge wird vorab eingestellt. Das ist einfach zu bedienen und für gleichmäßige Flächen völlig ausreichend.

Bei einer Double-Action-Pistole steuert der Hebel beides: Drücken gibt Luft, Ziehen gibt Farbe. Damit lässt sich die Farbmenge während des Sprühens verändern, was für weiche Verläufe und feine Linien notwendig ist. Für alles, was über einfarbige Flächen hinausgeht, ist Double Action die richtige Wahl.

Daneben unterscheidet man nach der Farbzuführung: Fließbecher oben nutzt die Schwerkraft und braucht wenig Farbe, Saugbecher unten fasst mehr und ist für größere Flächen praktischer.

Der Kompressor

Wichtiger als die Leistung sind drei Merkmale:

  • Drucktank. Ohne Tank pulsiert die Luft im Takt des Motors, was sich im Sprühbild abzeichnet. Ein Tank glättet das und lässt den Motor Pausen machen.
  • Druckminderer mit Manometer. Ohne einstellbaren Druck lässt sich die Pistole nicht an die Farbe anpassen.
  • Wasserabscheider. Verdichtete Luft kondensiert. Ohne Abscheider landen Wassertropfen im Farbstrahl und reißen Löcher in die frische Lackschicht.

Farben und Verdünnung

Die Faustregel für die Konsistenz lautet: wie Milch, nicht wie Sahne. Genauer lässt sich das kaum sagen, weil jede Farbe anders eingestellt ist.

  • Acrylfarben auf Wasserbasis sind der Standard, geruchsarm und mit Wasser oder herstellereigenem Verdünner einstellbar. Herstellerverdünner enthält Verlaufsmittel und liefert bessere Ergebnisse als reines Wasser.
  • Lösemittelbasierte Farben decken stärker und trocknen härter, verlangen aber Absaugung und Atemschutz.
  • Tinten und Tuschen sind bereits dünn genug und für Illustration gedacht.
  • Textil- und Bodypaint-Farben sind eigene Systeme mit eigenen Regeln, siehe FX- und Theaterschminke und Textilfarben.

Farbe grundsätzlich sieben oder aus dem Vorratsglas mit einer Pipette entnehmen. Ein eingetrocknetes Pigmentkorn verstopft eine 0,2er Düse zuverlässig.

Reinigung

Die Reinigung ist der Teil, der über die Lebensdauer entscheidet.

Zwischen Farbwechseln: Becher leeren, Reiniger einfüllen, durchsprühen, mit einem Pinsel den Becher auswischen, erneut durchsprühen.

Nach der Sitzung: Nadel vorsichtig nach hinten herausziehen und mit Reiniger abwischen, Düse und Düsenkappe abnehmen und einlegen. Wichtig: Die Nadel immer nach hinten herausziehen, nie nach vorne durch die Düse schieben, sonst beschädigt sie die Düsenspitze.

Regelmäßig: Vollständige Zerlegung, Nadeldichtung prüfen und bei Bedarf minimal fetten.

Nie die Düse mit Gewalt festziehen. Die Spitze ist dünnwandig und reißt.

Typische Fehlerbilder

SymptomWahrscheinliche Ursache
Spucken, AussetzerFarbe zu dick, Düse teilweise verstopft, Nadeldichtung undicht
Blasen im FarbbecherDüse nicht dicht, Düsenmutter lose
Spinnenbeinezu nah, zu viel Farbe, Druck zu hoch
Körniges SprühbildDruck zu niedrig, Farbe zu dick, zu weit weg
Farbe läuftzu dick aufgetragen, Lagen nicht abgelüftet
Kein FarbflussNadel sitzt fest, Düse verstopft, Farbe zu dick

Sicherheit

Airbrush erzeugt lungengängigen Sprühnebel. Auch bei wasserbasierten Farben gehört mindestens eine Absaugung oder ein Sprühnebelabsauger dazu, bei lösemittelbasierten Farben zusätzlich ein Atemschutz mit passendem Filter. Nicht in Wohnräumen ohne Lüftung arbeiten, nicht in der Nähe von Lebensmitteln.

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Für Lackaufbau, Grundierung und Alterung auf Modellen siehe Modellbau. Wer auf Haut arbeitet, findet die Materialkunde unter FX- und Theaterschminke.

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Häufige Fragen

Welche Düsengröße für den Anfang?

0,3 mm ist der beste Kompromiss und deckt von feiner Linie bis Flächenauftrag fast alles ab. 0,15 bis 0,2 mm sind für sehr feine Details gedacht, verstopfen aber schneller und verlangen dünner verdünnte Farbe. 0,5 mm und darüber sind für großflächigen Auftrag und dickere Farben wie Textil- oder Möbelfarben sinnvoll.

Warum spuckt meine Airbrush?

Meist ist die Farbe zu dick oder der Druck zu niedrig. Weitere Ursachen sind eine angetrocknete Düse, eine beschädigte Düsenspitze, eine lose Düsenmutter oder ein defekter Nadeldichtungsring. Wenn im Farbbecher Blasen aufsteigen, sitzt die Düse nicht dicht.

Was sind Spinnenbeine und wie vermeide ich sie?

Spinnenbeine sind auslaufende Farbfäden am Rand des Sprühstrahls. Sie entstehen, wenn zu viel Farbe auf zu kleiner Fläche landet: zu nah am Objekt, zu viel Nadelweg, zu dünne Farbe oder zu hoher Druck. Abhilfe: Abstand vergrößern, Farbmenge zurücknehmen, in mehreren dünnen Lagen arbeiten.

Welchen Luftdruck soll ich einstellen?

Als Ausgangspunkt gelten etwa 1,5 bis 2,0 bar für normale Arbeiten mit 0,3 mm Düse, für feine Details eher 0,8 bis 1,5 bar, für dickere Farben und große Flächen 2,0 bis 2,5 bar. Der richtige Druck hängt immer von der Farbviskosität ab, deshalb ist ein Druckminderer wichtiger als ein besonders starker Kompressor.

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