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Malbedarf und Künstlerfarben

Farbe ist Pigment plus Bindemittel. Wer diese beiden Bestandteile versteht, kauft nicht mehr nach Etikett, sondern nach Lichtechtheit, Deckkraft und Malgrund.

Kurz gesagt

Farbe ist Pigment plus Bindemittel. Das Bindemittel bestimmt Trocknung und Malweise, das Pigment bestimmt Farbton, Deckkraft und Lichtechtheit. Studienqualität enthält weniger und billigere Pigmente als Künstlerqualität, was man vor allem bei Lichtechtheit und Deckkraft merkt.

Wer versteht, woraus Farbe besteht, kauft nicht mehr nach Etikett. Jede Künstlerfarbe ist eine Mischung aus Pigment und Bindemittel, dazu kommen Füllstoffe und Hilfsmittel. Das Bindemittel bestimmt, wie gemalt wird, das Pigment bestimmt, wie es aussieht und wie lange.

Die Farbsysteme

Acrylfarbe bindet durch Verdunsten von Wasser und ist dann wasserfest. Sie trocknet schnell, was Schichten begünstigt und Verläufe erschwert. Mit Verzögerer, Malbutter oder Fließmittel lässt sich das Verhalten weit verschieben. Sie haftet auf fast allem und braucht keinen speziellen Malgrund.

Ölfarbe bindet durch Oxidation des Öls und trocknet über Tage bis Monate. Das erlaubt langes Nass-in-Nass-Arbeiten und weiche Übergänge. Es gilt die Regel fett auf mager: Jede weitere Schicht muss mehr Öl enthalten als die darunter, sonst reißt das Bild.

Aquarell ist Pigment in Gummi arabicum und lebt vom weißen Papier, das durchscheint. Es ist nicht deckend gedacht, Weiß entsteht durch Aussparen. Aquarell bleibt wasserlöslich und lässt sich auch getrocknet wieder anlösen.

Gouache ist deckendes Aquarell mit Kreidezusatz. Es trocknet matt und gleichmäßig, was für Illustration und Flächen praktisch ist, hellt beim Trocknen aber sichtbar auf.

Pigmente lesen lernen

Auf guten Farbtuben steht mehr als der Name. Aufschlussreich sind:

  • Pigmentindex wie PB 15:3 oder PR 108. Er benennt das tatsächliche Pigment. Zwei Farben mit demselben Fantasienamen können völlig verschiedene Pigmente enthalten.
  • Lichtechtheit, meist als Sterne oder ASTM-Stufe.
  • Deckkraft, oft als gefülltes, halbes oder leeres Quadrat.
  • Einzelpigment oder Mischung. Farben aus einem einzigen Pigment bleiben beim Mischen sauber, Mischungen vergrauen schneller.

Wer mit wenigen Einzelpigmentfarben startet, mischt sauberer als mit einem großen Kasten aus Mischtönen.

Pinsel

Die Form bestimmt den Strich:

FormTypische Verwendung
RundLinien, Details, Füllen kleiner Flächen
FlachFlächen, Kanten, breite Striche
KatzenzungeFlächen mit weichem Rand, Verläufe
FächerVerblenden, Struktur, Gräser
Schleppersehr lange Linien, Takelage, Haare

Das Haar bestimmt die Farbaufnahme: Naturhaar wie Rotmarder speichert viel Wasser und ist für Aquarell ideal, Synthetikhaar ist elastischer und für Acryl belastbarer, Borste ist steif und für pastosen Farbauftrag gedacht.

Acrylfarbe darf im Pinsel nie antrocknen, sie ist danach nicht mehr zu entfernen. Pinsel nie im Wasserglas auf der Spitze stehen lassen.

Malgründe

Leinwand, Malplatte, Malpappe und Papier verhalten sich unterschiedlich saugend. Eine Grundierung mit Gesso egalisiert das, gibt Haftung und verhindert bei Ölfarbe, dass das Öl in den Träger zieht und die Farbschicht magert.

Für Aquarell entscheidet das Papier fast alles: Grammatur ab etwa 300 g/m² wellt sich kaum, und die Oberfläche, ob satiniert, fein oder rau, prägt den Charakter der Malerei stärker als die Farbe.

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Für den Farbauftrag mit der Pistole siehe Airbrush, für Farbe auf Stoff Textilfarben, für Farbe auf Modellen Modellbau.

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Häufige Fragen

Was bedeutet Lichtechtheit bei Künstlerfarben?

Die Lichtechtheit gibt an, wie beständig ein Pigment gegen Ausbleichen durch Licht ist. Hersteller kennzeichnen sie meist mit Sternen oder Buchstaben, verbreitet ist auch die ASTM-Skala von I bis V. Für Arbeiten, die hängen bleiben sollen, sollte man bei der höchsten Stufe bleiben. Besonders viele leuchtende Rosa-, Violett- und Rottöne sind traditionell schlecht lichtecht.

Was heißt Studienqualität und Künstlerqualität?

Künstlerqualität enthält einen hohen Anteil reiner, lichtechter Pigmente und wenig Füllstoff. Studien- oder Akademiequalität ist günstiger, nutzt teils Ersatzpigmente und mehr Füllstoff. Das ist zum Üben völlig in Ordnung, macht sich aber bei Deckkraft, Farbtiefe und Haltbarkeit bemerkbar.

Kann ich Acryl und Öl mischen?

Nicht in einer Schicht. Es gilt die Regel fett auf mager: Ölfarbe kann auf einer vollständig getrockneten Acrylschicht liegen, umgekehrt hält Acryl nicht auf Öl. Wer Acryl über Öl legt, riskiert, dass die Schicht sich später ablöst.

Wozu dient Firnis?

Firnis ist eine abnehmbare Schlussschicht, die das Bild vor Staub, Schmutz und teils UV-Licht schützt und den Glanzgrad vereinheitlicht. Bei Ölbildern wird er erst nach vollständiger Durchtrocknung aufgetragen, was je nach Schichtdicke Monate dauern kann. Er ist bewusst mit Lösemittel wieder entfernbar, damit man ihn bei Vergilbung erneuern kann.

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