Kerzendocht richtig wählen: Stärke, Material, Brenntest
Warum der Docht über Tunneln, Rußen und Abbrand entscheidet und wie man ihn zum Kerzendurchmesser passend auswählt.
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Die häufigste Ursache für rußende oder tunnelnde Kerzen ist der Docht, nicht das Wachs. Dochtstärke und Kerzendurchmesser gehören zusammen geplant.
Kurz gesagt
Die häufigste Ursache für rußende oder tunnelnde Kerzen ist der Docht, nicht das Wachs. Dochtstärke und Kerzendurchmesser gehören zusammen geplant: zu dünn führt zum Tunneln, zu dick zu Ruß und großer Flamme.
Kerzen selbst zu gießen ist einfach, sobald man zwei Dinge aufeinander abstimmt: das Wachs und den Docht. Alles andere, Farbe, Duft, Form, ist Gestaltung.
Paraffin ist der Klassiker: günstig, in vielen Härtegraden erhältlich, nimmt Farbe und Duft gut auf, brennt gleichmäßig. Es wird aus Erdöl gewonnen.
Stearin stammt meist aus pflanzlichen Fetten, ist härter und brennt langsamer. Es schrumpft stark, was das Entformen erleichtert und Nachgießen zwingend macht.
Sojawachs ist weicher, brennt kühler und wird vor allem für Behälterkerzen verwendet. Es nimmt Duft gut auf, kann aber eine unruhige, marmorierte Oberfläche bilden.
Bienenwachs riecht von sich aus, brennt lange und ruhig und ist deutlich teurer. Es lässt sich schlecht einfärben, weil die Eigenfarbe durchschlägt.
Der Docht muss zum Durchmesser der Kerze passen, nicht zur Höhe. Er saugt geschmolzenes Wachs nach oben, wo es verbrennt. Die Menge, die er nachliefert, bestimmt die Flammengröße.
Dochte sind nach Durchmesserbereich sortiert. Wachsart, Duftölanteil und Farbe verschieben den passenden Bereich, deshalb lohnt bei einer neuen Rezeptur immer ein Brenntest mit einer kleinen Probe.
Naturwachse brauchen in der Regel einen etwas stärkeren Docht als Paraffin.
Eine Kerze merkt sich ihren Schmelzkreis. Beim ersten Anzünden sollte sie so lange brennen, bis die flüssige Schicht bis zum Rand reicht. Wird sie vorher gelöscht, brennt sie künftig immer in diesem kleineren Kreis und tunnelt.
Gießformen aus Kunststoff, Metall oder Silikon. Silikonformen erlauben Hinterschneidungen, wie man sie herstellt, steht unter Abformtechnik.
Behälterkerzen im Glas brauchen ein Wachs, das an der Wand haftet, sonst löst es sich sichtbar ab.
Gezogene Kerzen entstehen durch wiederholtes Eintauchen des Dochts.
Oberflächengestaltung mit Kerzenmalfarbe, Wachsplatten oder aufgelegten Elementen. Alles, was auf der Kerze bleibt, muss brennbar unbedenklich sein und darf nicht in den Schmelzkreis geraten.
Formen für Kerzen entstehen wie andere Silikonformen, siehe Abformtechnik. Weitere Werkstoffe zum Gestalten stehen unter Basteln.
Warum der Docht über Tunneln, Rußen und Abbrand entscheidet und wie man ihn zum Kerzendurchmesser passend auswählt.
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Der Docht ist für den Durchmesser zu dünn. Die Flamme schmilzt nur einen kleinen Kreis und der Wachsrand bleibt stehen. Verstärkt wird das, wenn die Kerze beim ersten Anzünden zu kurz brennt: Die erste Brenndauer sollte lang genug sein, dass die Schmelze bis zum Rand reicht, weil die Kerze sich diesen Durchmesser merkt.
Aus Schrumpf beim Erkalten. Paraffin und besonders Stearin ziehen sich zusammen, dabei entstehen ein Trichter um den Docht und Hohlräume im Inneren. Deshalb wird nach dem Erstarren ein zweites Mal nachgegossen. Langsameres Abkühlen verringert die Rissbildung.
Sojawachs und weiche Paraffinsorten für Container sind darauf ausgelegt, am Glas zu haften und einen sauberen Abbrand zu geben. Hartes Paraffin und Stearin sind für freistehende Kerzen gedacht: Sie schrumpfen beim Erkalten, was das Entformen erleichtert, im Glas aber zu Ablösungen an der Wand führt.
Übliche Zugaben liegen bei etwa sechs bis zehn Prozent des Wachsgewichts, die verbindliche Obergrenze nennt der Hersteller des Duftöls. Zu viel Öl bindet das Wachs nicht mehr, es schwitzt aus und der Abbrand wird rußig. Eingerührt wird bei der vom Hersteller angegebenen Temperatur, sonst verflüchtigt sich der Duft sofort.