Silikonform selber machen: Schritt für Schritt
Vom Urmodell zur fertigen Silikonform: Silikon auswählen, Formkasten bauen, richtig gießen und die Form entformen.
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Eine Form ist immer nur so gut wie ihr Trennmittel und ihr Anguss. Dieser Bereich erklärt, welche Abformmasse zu welchem Original passt und wie eine Form entsteht, die mehr als einen Abguss überlebt.
Kurz gesagt
Für dauerhafte Formen nimmt man Silikonkautschuk, für einmalige Abformungen direkt am Körper Alginat. Additionsvernetzendes Silikon (Platin) ist maßgenau, aber empfindlich gegen Verunreinigungen; kondensationsvernetzendes Silikon (Zinn) ist gutmütiger, schrumpft aber über die Zeit.
Eine Form entscheidet über das Ergebnis, nicht das Gießmaterial. Wer sauber abformt, bekommt saubere Abgüsse. Wer beim Trennmittel spart, verliert das Original.
Silikonkautschuk ist der Standard für wiederverwendbare Formen. Er kommt in zwei Vernetzungssystemen:
Beide gibt es gießfähig für Formkästen und thixotrop, also standfest, zum Aufstreichen auf senkrechte Flächen.
Alginat stammt aus der Zahntechnik und wird aus Braunalgen gewonnen. Es ist hautverträglich, mischt sich mit Wasser, härtet in zwei bis fünf Minuten und gibt feinste Details wieder. Der Nachteil ist zugleich seine Eigenschaft: Es besteht überwiegend aus Wasser und verzieht sich, sobald es trocknet.
Modelliergips und Gipsbinden dienen als Stützschale. Sie halten eine dünne, flexible Silikonhaut in Form, damit sie sich unter dem Gewicht des Gussmaterials nicht verzieht.
Sobald ein Objekt Hinterschneidungen hat, braucht es eine zweite Formhälfte. Die Trennebene wird dorthin gelegt, wo die Form auseinandergezogen werden kann, ohne zu reißen. Die erste Hälfte wird über einem Bett aus Plastilin abgeformt, danach werden Passmarken eingedrückt, das Plastilin entfernt und die zweite Hälfte gegossen. Zwischen die beiden Silikonhälften gehört zwingend Trennmittel.
Angusskanal und Entlüftung werden mitgeplant. Ein Anguss allein reicht selten: Ohne Entlüftung an der höchsten Stelle bleibt Luft in der Form und der Abguss hat Fehlstellen.
Abformungen am Körper, etwa vom Babybauch, von Händen oder vom Gesicht, sind ein eigenes Feld. Hier gelten strengere Regeln:
Für Hände und Füße ist eine Alginatform im Eimer der einfachste Weg. Die Form wird nach dem Abguss zerstört, das ist bei Alginat vorgesehen.
Silikon bleibt klebrig: Verunreinigung durch Schwefel, Zinn oder Weichmacher, oder das Mischungsverhältnis stimmte nicht.
Abguss hat Blasen: Anguss zu dick, keine Entlüftung, oder das Gießmaterial wurde zu schnell eingefüllt.
Form reißt beim Entformen: Zu dünne Wandstärke oder eine Trennebene an der falschen Stelle. Silikonformen brauchen an schmalen Stellen mindestens etwa einen Zentimeter Materialstärke.
Details fehlen: Das Original war nicht entfettet, oder das Silikon war schon angezogen, als es die feinen Bereiche erreichte.
Welches Material in die fertige Form kommt, klärt der Bereich Gießharz. Wer Abgüsse anschließend bemalt, findet die Grundlagen zu Grundierung und Farbaufbau unter Airbrush und Modellbau.
Vom Urmodell zur fertigen Silikonform: Silikon auswählen, Formkasten bauen, richtig gießen und die Form entformen.
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Wie Alginat funktioniert, worauf es beim Anmischen ankommt und welche Sicherheitsregeln bei Abformungen am Körper gelten.
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Alginat ist für einmalige Abformungen gedacht, vor allem direkt am Körper. Es ist hautfreundlich, härtet in wenigen Minuten und lässt sich rückstandsfrei ablösen, trocknet danach aber aus und verzieht sich innerhalb von Stunden. Der Abguss muss also sofort erfolgen. Silikonkautschuk ist teurer, dafür bleibt die Form über Jahre maßhaltig und erlaubt viele Abgüsse.
Additionsvernetzende Silikone werden durch bestimmte Stoffe vergiftet: Schwefel in Knetmassen und Latex, Zinnverbindungen aus anderen Silikonen, manche Klebstoffe und Weichmacher. An diesen Stellen bleibt das Silikon dauerhaft klebrig. Vor der Abformung immer an einer kleinen Probe testen, ob das Original verträglich ist.
Zwischen Silikon und Silikon zwingend, sonst verbinden sich beide Hälften unlösbar. Zwischen Silikon und Gießharz meistens nicht, weil Silikon von sich aus trennt. Bei Polyurethanharz verlängert ein Trennmittel jedoch die Standzeit der Form deutlich, weil es den Angriff auf die Silikonoberfläche bremst.
Das hängt vom Gießmaterial ab. Mit Gips oder Epoxidharz sind je nach Form und Sorgfalt oft mehrere Dutzend bis über hundert Abgüsse möglich. Polyurethanharz greift die Form stärker an, hier sind es deutlich weniger. Wärme, scharfe Kanten und Untergriffe verkürzen die Standzeit zusätzlich.