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Abformtechnik

Silikonform selber machen: Schritt für Schritt

Vom Urmodell zur fertigen Silikonform: Silikon auswählen, Formkasten bauen, richtig gießen und die Form entformen.

Von Redaktion Aura Shop

Kurz gesagt

Urmodell entfetten und fixieren, Formkasten mit etwa einem Zentimeter Abstand ringsum bauen, Silikon nach Datenblatt anmischen und in dünnem Strahl an eine Ecke gießen. Vollständige Aushärtezeit abwarten, nicht nur die Grifffestigkeit.

Eine Silikonform ist der schnellste Weg, ein Objekt zu vervielfältigen. Der Ablauf ist überschaubar, entscheidend sind die Vorbereitung und die Geduld beim Aushärten.

Silikon auswählen

Für die erste Form ist ein kondensationsvernetzendes Silikon (Zinnsilikon) die gutmütigere Wahl. Es verzeiht Verunreinigungen am Urmodell und ist günstiger. Der Nachteil, ein leichter Schrumpf über Monate, spielt für die meisten Anwendungen keine Rolle.

Additionsvernetzendes Silikon (Platinsilikon) ist maßgenauer und altert kaum, reagiert aber empfindlich: Schwefel aus Knetmassen, Zinnverbindungen aus anderen Silikonen, manche Klebstoffe und Weichmacher verhindern die Aushärtung punktuell oder ganz. Vor der ersten Verwendung mit einem Urmodell immer eine kleine Probe machen.

Daneben unterscheiden sich die Silikone in der Shore-Härte. Weiche Silikone um Shore A 10 bis 20 lassen sich gut über Hinterschneidungen ziehen, härtere um Shore A 30 bis 40 halten die Form besser und sind für flache Objekte angenehmer.

Gießfähiges Silikon fließt in die Form, thixotropes Silikon ist standfest und wird auf senkrechte Flächen aufgestrichen.

Urmodell vorbereiten

  • Entfetten. Fingerabdrücke und Trennmittelreste bilden sich im Silikon ab.
  • Poren schließen. Poröse Modelle aus Gips oder Holz vorher versiegeln, sonst verhakt sich das Silikon mechanisch.
  • Fixieren. Das Modell mit Heißkleber oder doppelseitigem Klebeband am Boden des Formkastens befestigen. Ohne Fixierung schwimmt es beim Eingießen auf.
  • Verträglichkeit prüfen, besonders bei Platinsilikon.

Formkasten bauen

Der Formkasten braucht ringsum und über dem Modell etwa einen Zentimeter Abstand. Als Material eignen sich Lego-Steine, beschichtete Spanplatte, Kunststoffdosen oder ein zusammengeklebter Karton mit Klebeband auf der Innenseite.

Alle Fugen abdichten. Silikon ist dünnflüssig und findet jede Ritze.

Anmischen und gießen

  1. Beide Komponenten nach Datenblatt abwiegen, meist 100:10 bei Zinnsilikon und 1:1 bei Platinsilikon.
  2. Langsam und gründlich rühren, Wände und Boden des Bechers mitnehmen.
  3. Wenn möglich entgasen. Silikon nimmt beim Rühren viel Luft auf, das Vakuum holt sie heraus. Ohne Vakuumkammer hilft eine Ruhezeit von einigen Minuten.
  4. In dünnem Strahl aus etwa 30 Zentimetern Höhe an eine Ecke des Formkastens gießen, nicht direkt auf das Modell. Das Silikon steigt von selbst hoch und verdrängt die Luft.
  5. Vollständig aushärten lassen. Die Angabe im Datenblatt ist die Untergrenze, bei Kälte dauert es länger.

Entformen

Erst den Formkasten abbauen, dann das Modell herauslösen. Bei Objekten mit Hinterschneidungen wird die Form vorsichtig aufgebogen. Reißt sie dabei, war die Wandstärke zu gering oder die Form hätte zweiteilig sein müssen.

Ein Schnitt entlang einer Kante, ein sogenannter Zickzackschnitt, macht auch aus einer einteiligen Form eine, die sich öffnen lässt. Der Zickzack sorgt dafür, dass die Hälften wieder passgenau zusammenfinden.

Die Form benutzen

Vor dem ersten Guss die Form reinigen und ausblasen. Bei Gießharz siehe Gießharz, für Wachs siehe Kerzen gießen.

Silikon trennt gegenüber den meisten Materialien von selbst. Bei Polyurethanharz verlängert ein Trennmittel jedoch die Standzeit der Form deutlich, weil es die Silikonoberfläche schont.

Was die Lebensdauer verkürzt

  • Polyurethanharz greift die Oberfläche an
  • Hohe Reaktionswärme des Gussmaterials
  • Scharfe Kanten und dünne Stege in der Form
  • Gewaltsames Entformen
  • Lagerung unter Druck oder verformt

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Für Objekte mit Hinterschneidungen braucht es eine zweiteilige Form, für Abformungen an der Haut Alginat. Beides steht in der Übersicht Abformtechnik und Formenbau.

Häufige Fragen

Wie viel Silikon brauche ich?

Das Volumen des Formkastens abzüglich des Volumens des Urmodells. Praktisch bestimmt man es, indem man das Modell im Formkasten mit Wasser oder Reis überdeckt und diese Menge abmisst. Bei Wasser muss danach alles vollständig getrocknet sein, weil Feuchtigkeit manche Silikone stört.

Wie dick müssen die Silikonwände sein?

An der dünnsten Stelle sollte etwa ein Zentimeter Material stehen, bei größeren Formen mehr. Zu dünne Wände reißen beim Entformen und verziehen sich unter dem Gewicht des Gussmaterials. Wer Material sparen will, arbeitet mit einer dünnen Silikonhaut plus Stützschale aus Gips statt mit einer dünnen Vollform.

Kann ich Silikon auf Silikon gießen?

Nur mit Trennmittel dazwischen. Ohne Trennmittel verbinden sich zwei Silikonschichten dauerhaft, was bei zweiteiligen Formen das Ende der Arbeit bedeutet. Bei Platinsilikon gibt es zudem den umgekehrten Fall: Reste von Zinnsilikon können die Aushärtung ganz verhindern.