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Modellbau

Modelle grundieren: warum, womit und wie dünn

Was die Grundierung wirklich leistet, welche Grundierung auf welchen Untergrund gehört und wie dick sie aufgetragen wird.

Von Redaktion Aura Shop

Kurz gesagt

Die Grundierung gleicht unterschiedliche Untergründe an, macht Bauarbeiten sichtbar, bevor Farbe drauf ist, und gibt der Farbe Haftung. Sie wird in mehreren sehr dünnen Lagen aufgetragen, nicht deckend in einem Durchgang.

Die Grundierung ist keine Farbe, sondern eine Kontroll- und Haftschicht. Wer sie überspringt, bemerkt Bauarbeiten erst, wenn die Deckfarbe drauf ist.

Was sie leistet

Sie macht Fehler sichtbar. Auf blankem, mehrfarbigem Kunststoff sind Nahtstellen, Kratzer und Spachtelränder kaum zu erkennen. Unter einer einheitlichen Grundierung springen sie sofort ins Auge, und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem sie sich noch leicht korrigieren lassen.

Sie gleicht Untergründe an. Ein Modell aus mehreren Materialien, Polystyrol, Resin, Fotoätzteile, Spachtel, nimmt Farbe unterschiedlich an. Die Grundierung schafft eine einheitliche Basis.

Sie gibt Haftung. Auf glattem Polystyrol haftet Acrylfarbe schlecht und lässt sich beim Hantieren abreiben.

Die richtige Grundierung

Kunststoffgrundierung aus der Dose ist unkompliziert und für die meisten Bausätze völlig ausreichend. Wichtig ist eine Grundierung für Kunststoff: Universalsprays aus dem Baumarkt können Polystyrol anlösen.

Airbrush-Grundierung erlaubt sehr dünne, gleichmäßige Schichten und ist die bessere Wahl, sobald Gravuren fein sind. Sie wird nach Herstellerangabe verdünnt, viele Produkte sind bereits spritzfertig eingestellt.

Haftgrund für Metall wird bei Fotoätzteilen und Weißmetall gebraucht.

Für die Technik am Gerät siehe Airbrush.

So wird grundiert

  1. Reinigen. Trennmittel- und Fettreste entfernen. Bei Resin zwingend, bei Polystyrol empfehlenswert. Danach vollständig trocknen lassen.
  2. Anfassen vermeiden. Das Modell auf einen Halter setzen. Fingerabdrücke sind Fett.
  3. Dünn auftragen. Erste Lage so dünn, dass sie fast durchscheint. Sie soll nicht decken, sondern haften.
  4. Ablüften lassen und eine zweite, gegebenenfalls dritte dünne Lage auftragen, bis der Untergrund einheitlich ist.
  5. Kontrollieren. Bei streifendem Licht das Modell absuchen. Jetzt zeigen sich Nahtreste und Kratzer.
  6. Nacharbeiten. Gefundene Stellen verschleifen, spachteln und die Stelle erneut grundieren.

Aus der Dose gilt zusätzlich: Dose vor Gebrauch ausreichend schütteln, aus etwa 20 bis 25 Zentimetern sprühen, in Bewegung bleiben und nie an einer Stelle verharren. Kälte ist der häufigste Grund für eine raue, mehlige Oberfläche.

Häufige Probleme

SymptomUrsache
Oberfläche mehlig und rauzu kalt, zu weit weg, Dose zu wenig geschüttelt
Läufer und Nasenzu dick, zu nah, zu langsam bewegt
Gravuren verschwindenzu viele oder zu dicke Lagen
Farbe blättert abUntergrund nicht entfettet, bei Resin Trennmittelreste
Risse im Kunststoffungeeignetes Spray, das Polystyrol anlöst

Sicherheit

Sprühgrundierung erzeugt lungengängigen Nebel und enthält meist Lösemittel. Nur im Freien oder mit Absaugung arbeiten, Atemschutz mit passendem Filter verwenden. Schleifstaub von Resin ist besonders kritisch und sollte nass geschliffen oder abgesaugt werden.

Weiterlesen

Der weitere Aufbau von Lack, Decals und Alterung steht in der Übersicht Modellbau.

Häufige Fragen

Kann ich auf Resin ohne Grundierung lackieren?

Nein, und bei Resin ist die Grundierung noch wichtiger als bei Polystyrol. Resinteile tragen Reste von Trennmittel aus der Form, auf denen keine Farbe haftet. Sie werden vor dem Grundieren mit warmem Wasser und Spülmittel oder einem Reiniger gewaschen und müssen vollständig trocknen.

Schwarz, weiß oder grau grundieren?

Das hängt von der Deckfarbe ab. Weiß lässt helle und leuchtende Farben strahlen, Schwarz gibt Tiefe und erleichtert Vorschattierung, Grau ist der neutrale Kompromiss und zeigt Oberflächenfehler am deutlichsten. Für Metallicfarben ist ein glatter, dunkler Untergrund meist am besten.

Wie erkenne ich, dass ich zu dick grundiert habe?

Gravuren werden flach, Kanten wirken weich, und an Vertiefungen sammelt sich Material. Eine zu dicke Grundierung lässt sich nur durch Abschleifen korrigieren, was den Fehler meist vergrößert. Deshalb gilt: lieber eine Lage zu wenig und nachlegen.