Lichtfaser & LED
Lichtquelle für Lichtfasern: Projektor, Leistung und RGB-Steuerung
Wie ein Lichtfaserprojektor aufgebaut ist, welche Leistung eine Faseranzahl braucht und was Farbrad, RGB und Funkeleffekt wirklich leisten.
Kurz gesagt
Ein Lichtfaserprojektor besteht aus LED, Optik und einer Aufnahme für das Faserbündel. Entscheidend ist nicht die Wattzahl, sondern ob der Bündelquerschnitt in die Aufnahme passt und ob die LED kalt genug bleibt. Für einen Sternenhimmel mit 150 bis 250 Fasern reichen 6 bis 16 W LED-Leistung; Farbwechsel und Funkeln kommen aus dem Projektor, nicht aus der Faser.
Von Redaktion Aura Shop
Die Faser transportiert Licht, erzeugt aber keines. Alles, was ein Lichtfaserprojekt an Helligkeit, Farbe und Bewegung kann, entsteht an der Einspeisung.
Aufbau eines Projektors
Drei Baugruppen, mehr ist es nicht:
Die Lichtquelle. Heute praktisch immer eine Hochleistungs-LED. Der Vorteil gegenüber älteren Halogenprojektoren ist nicht nur der Verbrauch, sondern die Temperatur am Faserende — PMMA verformt sich ab etwa 70 °C, und Halogen kam dem gefährlich nahe.
Die Optik. Ein Reflektor oder eine Sammellinse bündelt das Licht auf die Stirnfläche des Faserbündels. Ihre Qualität entscheidet, wie viel der erzeugten Lumen tatsächlich in den Fasern landet. Das ist der Grund, warum Wattzahlen zwischen Herstellern schlecht vergleichbar sind.
Die Aufnahme. Eine Hülse mit definiertem Innendurchmesser, in die das Bündel gesteckt und mit einer Madenschraube geklemmt wird. Ihr Durchmesser ist die härteste Grenze der ganzen Planung.
Die Bündelrechnung
Nicht die Faseranzahl begrenzt, sondern der Querschnitt. Grob gerechnet passen in eine kreisrunde Aufnahme etwa so viele Fasern, wie das Verhältnis der Flächen zulässt, abzüglich rund 10 Prozent für die Packungslücken:
| Aufnahme | Fasern à 0,75 mm | Fasern à 1,0 mm | Fasern à 1,5 mm |
|---|---|---|---|
| 8 mm | ca. 100 | ca. 58 | ca. 26 |
| 12 mm | ca. 230 | ca. 130 | ca. 58 |
| 14 mm | ca. 310 | ca. 175 | ca. 78 |
Wer mehr Fasern braucht, nimmt einen zweiten Projektor. Ein überfülltes Bündel wird nicht dunkler, es hat schlicht dunkle Fasern am Rand.
Bündel vorbereiten
- Alle Fasern auf der Projektorseite zusammenfassen und mit Klebeband oder Schrumpfschlauch straff bündeln.
- Das Bündel gemeinsam in einem Zug ablängen, damit alle Stirnflächen in einer Ebene liegen.
- Die Stirnfläche plan schleifen (1000er, dann 2000er nass) und klarpolieren.
- In die Aufnahme schieben, bis das Bündel an der Optik anliegt, dann klemmen.
Eine schiefe oder ungleichmäßige Stirnfläche ist die häufigste Ursache für einen Himmel, in dem ein Drittel der Sterne matt bleibt.
Farbe und Bewegung
Farbrad. Mechanische Farbscheibe, dreht langsam, färbt alle Fasern gleichzeitig. Leise Modelle sind Pflicht, wenn der Projektor im Schlafzimmer sitzt.
RGB-LED. Elektronischer Farbwechsel per Fernbedienung oder App, meist mit einstellbarer Geschwindigkeit und Helligkeit. Flexibler als das Farbrad, ohne bewegte Teile, und in Hausautomation einbindbar.
Twinkle. Eine rotierende Blende oder eine segmentierte Ansteuerung lässt Teile des Bündels kurz dunkler werden. Der Effekt ist dezent — wer ein hektisches Blinken erwartet, wird enttäuscht, und das ist gut so.
Mehrere Projektoren. Der einzige Weg zu unabhängigen Gruppen: zum Beispiel ein warmweißer Projektor für den Grundhimmel und ein zweiter mit RGB für ein paar Akzentsterne.
Montage
- Zugänglich einbauen. Revisionsklappe oder Einbau im Nebenraum. Netzteile und Lüfter sind Verschleißteile.
- Luft lassen. Auch LED-Projektoren geben Wärme ab. Nicht in Dämmwolle einpacken.
- Zugentlastung. Das Faserbündel darf nicht am Gehäuse ziehen; sonst wandert es mit der Zeit aus der Aufnahme und der Himmel wird dunkler.
- Netzteil erreichbar. Und bei Einbau in Feuchträumen auf die passende Schutzart achten.
Die Planung des Himmels selbst — Faserdichte, Bohrbild, Einzug — steht im Ratgeber Sternenhimmel selber bauen, die Auswahl der Fasern in PMMA-Lichtfasern.
Häufige Fragen
Wie viel Watt brauche ich für 200 Fasern?
Ein moderner LED-Projektor mit 6 bis 16 W trägt 150 bis 250 Fasern à 0,75 bis 1,0 mm in einem abgedunkelten Raum ohne Weiteres. Die Wattzahl ist dabei die schwächere Angabe: zwei Projektoren mit identischer Leistung können sich in der Helligkeit deutlich unterscheiden, je nachdem wie gut die Optik das Licht in das Bündel bringt. Aussagekräftiger sind Lumen und der zulässige Bündeldurchmesser.
Kann ich einen Projektor hinter einer abgehängten Decke einbauen?
Ja, und das ist der Normalfall. Zwei Bedingungen: Der Projektor braucht Luft, weil auch LED-Modelle Abwärme abgeben, und er muss ohne Deckenöffnung erreichbar bleiben. Netzteil und Lüfter sind die Bauteile, die als Erstes ausfallen — wer sie einputzt, reißt später die Decke auf.
Was macht ein Farbrad und brauche ich es?
Ein Farbrad ist eine motorisch gedrehte Farbscheibe zwischen LED und Faserbündel; sie färbt alle Fasern gleichzeitig langsam um. Der Effekt ist dezent und wirkt in Schlafzimmern gut. Wer einzelne Sterne unabhängig steuern will, kommt damit nicht weiter — dafür braucht es mehrere Projektoren oder Fasern mit eigener LED.
Warum funkeln meine Sterne nicht?
Weil Funkeln nicht aus der Faser kommt. Erzeugt wird es entweder mechanisch durch eine rotierende Blende im Projektor, die einzelne Bereiche des Bündels kurz abdeckt, oder elektronisch durch eine Ansteuerung mehrerer LED-Segmente. Ein einfacher Projektor ohne Twinkle-Funktion liefert ein ruhiges, konstantes Bild.