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Abformtechnik

Alginat-Abformung: Hände, Füße und Gesicht sicher abformen

Wie Alginat funktioniert, worauf es beim Anmischen ankommt und welche Sicherheitsregeln bei Abformungen am Körper gelten.

Von Redaktion Aura Shop

Kurz gesagt

Alginat ist eine hautverträgliche Abformmasse aus Braunalgen, die in wenigen Minuten abbindet und feinste Details wiedergibt. Sie besteht überwiegend aus Wasser und verzieht sich beim Trocknen, deshalb muss der Abguss sofort erfolgen.

Alginat kommt aus der Zahntechnik und ist das Standardmaterial für Abformungen direkt am Körper. Es ist hautverträglich, bindet schnell ab und zeigt selbst Hautlinien. Der Preis dafür: Es hält nicht.

Wie Alginat funktioniert

Alginat wird aus Braunalgen gewonnen und mit Wasser angerührt. Beim Abbinden vernetzt es zu einem elastischen Gel. Es klebt nicht auf der Haut, lässt sich rückstandsfrei ablösen und gibt feinste Strukturen wieder.

Weil es überwiegend aus Wasser besteht, beginnt es sofort nach dem Abbinden zu trocknen und dabei zu schrumpfen. Nach wenigen Stunden ist die Form unbrauchbar. Daraus folgt die wichtigste Regel: Der Abguss erfolgt sofort. Gips anrühren, während das Alginat abbindet, nicht danach.

Anmischen

Das Mischungsverhältnis steht auf der Packung und liegt meist zwischen 1:1 und 1:3, Pulver zu Wasser nach Gewicht.

Die Wassertemperatur steuert die Abbindezeit. Kaltes Wasser verlängert sie, warmes verkürzt sie deutlich. Für eine Handabformung ist etwas kühleres Wasser angenehmer, weil mehr Zeit bleibt.

Anrühren: Wasser vorlegen, Pulver einstreuen, zügig und blasenarm rühren, bis eine klumpenfreie Masse entsteht. Danach bleiben je nach Sorte nur ein bis drei Minuten zum Verarbeiten. Wer nicht vorbereitet ist, verliert die Charge.

Alles muss vorher bereitstehen: Gefäß, Person, Absprache, Uhr.

Hand- und Fußabformung

Der einfachste Einstieg.

  1. Ein ausreichend großes Gefäß wählen, in dem die Hand ringsum etwa zwei Zentimeter Abstand hat.
  2. Alginat anrühren und einfüllen.
  3. Die Hand langsam eintauchen und in der gewünschten Haltung ruhig halten. Wichtig: nicht den Gefäßboden berühren, sonst gibt es ein Loch.
  4. Abbinden abwarten, in der Regel zwei bis fünf Minuten. Die Oberfläche fühlt sich fest und nicht mehr klebrig an.
  5. Die Hand langsam und wackelnd herausziehen. Die Finger leicht schließen hilft, ist aber nicht immer nötig, weil Alginat elastisch genug ist.
  6. Sofort Gips anrühren und eingießen.

Behaarte Stellen vorher mit etwas Vaseline schützen. Ringe und Schmuck ablegen.

Babybauch-Abformung

Hier arbeitet man in der Regel mit Gipsbinden statt mit Alginat, weil die Fläche groß und die Form flach ist. Alginat käme in dieser Menge zu teuer und würde am senkrechten Bauch ablaufen.

Wo Alginat zum Einsatz kommt, dann als dünne Detailschicht, die anschließend mit Gipsbinden gestützt wird.

Gesichtsabformung

Der anspruchsvollste Fall, und der einzige, bei dem echte Gefahr besteht.

Grundregeln:

  • Nie allein. Es braucht mindestens eine zweite Person, die durchgehend anwesend ist.
  • Atemwege frei. Die Nasenlöcher bleiben offen, üblicherweise mit eingesetzten Röhrchen oder indem der Bereich ausgespart wird.
  • Kommunikation. Ein vereinbartes Handzeichen für Abbruch, weil Sprechen nicht möglich ist.
  • Augen. Nur mit ausdrücklich dafür freigegebenem Material und geschlossenen Augen, Wimpern und Brauen mit Vaseline schützen.
  • Haare. Haube oder Vaseline, sonst hängt das Alginat fest.
  • Abbruchkriterien. Bei Unwohlsein, Panik, Atemproblemen sofort abnehmen.

Wer damit keine Erfahrung hat, beginnt mit Händen, nicht mit Gesichtern.

Der Abguss

Modellgips ist der Standard. Gips ins Wasser einstreuen, sumpfen lassen, blasenarm rühren und in dünnem Strahl eingießen. Die Form dabei leicht rütteln, damit die Luft entweicht. Mehr dazu unter Basteln.

Wer den Abguss dauerhaft vervielfältigen will, formt den fertigen Gipsabguss anschließend in Silikon ab. Wie das geht, steht unter Silikonform selber machen.

Weiterlesen

Materialien, Trennmittel und zweiteilige Formen behandelt die Übersicht Abformtechnik und Formenbau.

Häufige Fragen

Wie lange hält eine Alginatform?

Praktisch nur wenige Stunden. Alginat besteht zu einem großen Teil aus Wasser und schrumpft, sobald es zu trocknen beginnt. Der Abguss sollte deshalb unmittelbar nach der Abformung erfolgen. Ein feuchtes Tuch verlangsamt die Austrocknung, verhindert sie aber nicht.

Kann ich mit einer Alginatform mehrere Abgüsse machen?

Nein. Alginat ist eine Einmalform. Beim Entnehmen des Abgusses wird sie in aller Regel zerstört, und selbst wenn nicht, ist sie nach kurzer Zeit nicht mehr maßhaltig. Wer mehrere Abgüsse braucht, formt den ersten Gipsabguss anschließend in Silikon ab.

Ist eine Gesichtsabformung gefährlich?

Sie kann es sein und gehört deshalb nicht in Anfängerhände. Nasenlöcher müssen durchgehend frei bleiben, die Person darf nie allein gelassen werden, und es braucht ein vereinbartes Handzeichen. Über die Augen kommt nur Material, das ausdrücklich dafür freigegeben ist. Bei Unsicherheit, Klaustrophobie oder Atemwegsproblemen wird die Abformung nicht gemacht.