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FX-Schminke

Wunden schminken: Dermawachs, Gelatine und Filmblut

Wie plastische Wunden entstehen, welches Material wofür passt und welche Sicherheitsregeln auf der Haut gelten.

Von Redaktion Aura Shop

Kurz gesagt

Dermawachs eignet sich für Schnitte und Narben, Gelatine für Brandwunden und aufgeplatzte Haut, Latexmilch für abziehende Haut. Entscheidend ist das Ausstreichen der Kanten: Eine sichtbare Materialkante zerstört jeden Effekt.

Eine überzeugende Wunde entsteht nicht durch mehr Blut, sondern durch eine saubere Kante und einen glaubwürdigen Farbaufbau.

Die Materialien

Dermawachs ist eine knetbare Masse für Schnitte, Narben und veränderte Konturen. Es wird auf die entfettete Haut aufgetragen, in Form gebracht und an den Rändern mit einem Spatel und etwas Vaseline ausgestrichen, bis kein Absatz mehr zu sehen ist. Es hält nicht bei Wärme und nicht auf behaarter Haut.

Gelatine wird geschmolzen aufgetragen und ist besonders für Brandwunden und aufgeplatzte Haut geeignet. Sie verbindet sich gut mit der Haut und lässt sich sehr fein ausstreichen. Wichtig: Geschmolzene Gelatine kann verbrennen. Sie muss vor dem Kontakt mit der Haut auf eine sichere Temperatur abkühlen, was mit einem Handrücken geprüft wird, nie direkt am Gesicht.

Latexmilch trocknet zu einer dünnen elastischen Haut. In Lagen aufgetragen und mit Papier eingearbeitet ergibt sie abziehende, blasige Haut. Wegen möglicher Latexallergien gehört ein Hauttest davor, bei bekannter Latexallergie scheidet das Material aus.

Silikonapplikationen werden vorab in einer Form hergestellt und mit Kleber angebracht. Sie sind der professionelle Weg für aufwendige Teile und sehen deutlich besser aus als frei modellierte Wunden. Wie die Formen dafür entstehen, steht unter Abformtechnik.

Der Aufbau in Schritten

  1. Haut vorbereiten. Reinigen und entfetten. Auf fettiger Haut hält nichts.
  2. Material aufbringen und in Form modellieren.
  3. Kanten ausstreichen. Der entscheidende Schritt. Solange eine Kante sichtbar ist, sieht die Wunde nach aufgeklebtem Material aus.
  4. Grundieren. Die Applikation in den Hautton einfärben, damit sie nicht heller wirkt als die Umgebung.
  5. Öffnen. Mit einem Spatel die eigentliche Wunde einschneiden oder eindrücken.
  6. Färben. Innen dunkel und rötlich, außen mit Blau- und Grüntönen als Bluterguss. Sparsam arbeiten, in Lagen.
  7. Blut. Zuletzt und dosiert. Dickeres Blut bleibt in der Wunde, dünneres läuft.
  8. Fixieren. Transparentes Puder auf die umgebenden Bereiche.

Farblehre der Verletzung

Frische Verletzungen sind rot und feucht, ältere werden dunkler und trockener, Blutergüsse durchlaufen Rot, Violett, Blau, Grün und Gelb. Wer diese Abfolge kennt, kann das Alter einer Verletzung erzählen.

Ein häufiger Fehler ist reines Rot. Echte Wunden enthalten Braun- und Violettanteile.

Sicherheit

  • Nur Produkte verwenden, die ausdrücklich für die Haut freigegeben sind
  • Vor größeren Anwendungen einen Hauttest in der Armbeuge machen
  • Nicht auf verletzte, entzündete oder gereizte Haut auftragen
  • Im Augen- und Lippenbereich nur ausdrücklich dafür freigegebene Produkte
  • Nach dem Entfernen die Haut reinigen und pflegen
  • Werkzeug zwischen verschiedenen Personen reinigen oder wechseln

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Farbsysteme, Fixierung und Entfernung behandelt die Übersicht FX- und Theaterschminke.

Häufige Fragen

Hält Dermawachs auf behaarter Haut?

Schlecht. Auf Armen, Beinen und im Gesicht mit Bartansatz löst es sich schnell wieder. Wo es nicht anders geht, hilft eine dünne Schicht Mastix als Haftgrund, das Entfernen wird dadurch aber unangenehmer. Für behaarte Stellen sind vorgefertigte Applikationen die bessere Wahl.

Kann ich Filmblut selbst anrühren?

Möglich ist es, sinnvoll meist nicht. Hausmittel aus Sirup und Lebensmittelfarbe sind klebrig, trocknen ein und gehören nicht in die Nähe von Augen und Mund. Fertiges Filmblut ist als kosmetisches Mittel geprüft, gibt es in verschiedenen Farbtönen und Konsistenzen und lässt sich gezielter dosieren.

Wie entferne ich Dermawachs und Mastix wieder?

Dermawachs lässt sich mit einem Spatel abheben, Reste mit Reinigungsöl. Für Mastix gibt es einen eigenen Löser. Niemals Aceton oder Nagellackentferner verwenden: Beide gehören nicht auf die Haut und lösen zudem die Hautbarriere an.