FX-Schminke
Latex- und Silikonapplikationen: kleben, überblenden, entfernen
Wie aufgesetzte Teile aus Latex, Schaumlatex und Silikon auf die Haut kommen, wie die Kante verschwindet und was sie wieder löst.
Kurz gesagt
Latexteile werden mit Mastix oder Prosaide geklebt, Silikonteile brauchen einen Silikonkleber oder medizinischen Haftkleber. Die Kante verschwindet nicht durch Schminke, sondern durch Ausdünnen und Anlösen: Latex mit Aceton oder Latexmilch, Silikon mit dem passenden Lösemittel des Herstellers.
Von Redaktion Aura Shop
Eine aufgesetzte Nase, eine Narbe, ein Stirnwulst: Applikationen leben von zwei Dingen, die nichts mit dem Modellieren zu tun haben. Sie müssen halten, und ihre Kante muss verschwinden.
Materialentscheidung
Flüssiglatex ist der Einstieg. Es lässt sich in Schichten auf ein modelliertes Positiv oder direkt auf die Haut auftragen, trocknet in Minuten und kostet wenig. Nachteile: Es schrumpft beim Trocknen, vergilbt, wird nach Monaten brüchig, und die Bewegung wirkt gummiartig statt hautartig. Für einmalige Einsätze völlig ausreichend.
Schaumlatex ist die klassische Filmlösung für große Teile. Er wird mechanisch aufgeschlagen, in eine zweiteilige Form gegossen und im Ofen geliert. Das Ergebnis ist federleicht und bewegt sich gut, der Aufwand liegt aber deutlich über allem anderen — inklusive Ofen und Prozesskontrolle.
Silikon, meist als Platinsilikon mit Deadener, kommt der Haut optisch am nächsten: Es ist leicht lichtdurchlässig, sodass die darunterliegende Farbschicht durchscheint. Es ist schwerer als Schaumlatex, verlangt einen eigenen Kleber und eine eigene Farbfamilie, hält dafür bei richtiger Lagerung Jahre.
Kleben
Der Untergrund entscheidet.
- Entfetten. Alkoholtupfer oder entfettender Reiniger, vollständig trocknen lassen. Auf Talg hält nichts.
- Trocken anpassen. Applikation auflegen, Position markieren, Kanten prüfen. Wer erst nach dem Kleben merkt, dass die Nase zu hoch sitzt, hat ein Problem.
- Kleber auftragen — auf Haut und auf die Rückseite des Teils.
- Antrocknen lassen. Mastix und Prosaide werden erst klebrig, wenn das Lösemittel bzw. Wasser weg ist. Nass aufgesetzt hält nichts.
- Von der Mitte nach außen aufdrücken, dann die Ränder.
| Kleber | Hält auf | Entfernung | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Mastix | Latex, Haar | Mastix-Remover | stark, aber reizend |
| Prosaide | Latex, Schaumlatex | Wasser, Remover | hautfreundlich, Standard |
| Silikonhaftkleber | Silikon | Silikon-Remover | für Platinsilikon |
| Medizinischer Haftkleber | Silikon, Latex | Öl, Remover | für empfindliche Haut |
Die Kante
Eine sichtbare Kante ist der Unterschied zwischen Maske und Kostüm. Sie verschwindet nicht unter Schminke — Schminke betont sie. Sie verschwindet durch Materialabtrag.
Bei Latex. Die Kante mit einem Wattestäbchen und Aceton anlösen; das Latex wird weich und lässt sich in die Haut ausstreichen. Danach eine hauchdünne Schicht Latexmilch über den Übergang, mit einem Stipple-Schwamm getupft, damit die Struktur nicht glatt wirkt.
Bei Silikon. Die Kante ist bereits im Guss auf null ausgelaufen, wenn die Form gut war. Reste werden mit dem Lösemittel des Herstellers verstrichen. Aceton hat auf Silikon nichts zu suchen.
Danach koloriert man über den Übergang hinweg, nicht bis zur Kante. Farbe muss auf beiden Seiten der Naht liegen, sonst zeichnet sich der Rand ab.
Entfernen
Immer mit Remover, nie mit Zug. Den Remover mit einem feinen Pinsel unter die Kante bringen, einwirken lassen, das Teil millimeterweise anheben und weiter Remover nachlaufen lassen. Bei großen Applikationen dauert das zehn Minuten — die man sich nehmen sollte, weil die Alternative eine gereizte Haut ist, auf der am nächsten Drehtag nichts mehr hält.
Nach dem Abnehmen: Kleberreste mit Öl oder dem passenden Reiniger abnehmen, dann milde Reinigung und eine leichte Pflege.
Wiederverwenden
Latexteile lassen sich selten mehr als zwei- bis dreimal verwenden; sie verlieren Elastizität und reißen an den dünnen Kanten. Silikonteile halten deutlich länger, wenn sie nach dem Reinigen flach und lichtgeschützt gelagert werden — nicht zusammengefaltet, weil sich Knicke dauerhaft einprägen.
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Häufige Fragen
Warum löst sich die Kante meiner Applikation nach einer Stunde?
Fast immer, weil der Untergrund nicht entfettet war. Haut produziert Talg, und auf Talg hält kein Kleber. Die Stelle vor dem Kleben mit einem Alkoholtupfer oder einem entfettenden Reiniger abwischen und vollständig trocknen lassen. Zweithäufigste Ursache: der Kleber war beim Aufsetzen noch nass. Mastix und Prosaide werden antrocknen gelassen, bis sie nur noch klebrig sind.
Kann ich Silikonteile mit Mastix kleben?
Nicht dauerhaft. Mastix haftet auf Silikon schlecht, weil die Oberfläche keine Anhaftung bietet. Silikonapplikationen brauchen einen Silikonhaftkleber oder einen medizinischen Haftkleber auf Acrylatbasis. Umgekehrt gilt: Prosaide hält auf Latex hervorragend und ist deutlich hautfreundlicher als Mastix.
Wie bekomme ich eine Latexapplikation ab, ohne die Haut zu ruinieren?
Mit dem Remover des Klebstoffherstellers, nicht mit Ziehen. Den Remover mit einem Pinsel unter die Kante bringen, einwirken lassen und die Applikation langsam anheben, während weiter Remover nachläuft. Wer zieht, nimmt Hornschicht mit — das brennt am nächsten Tag unter jeder Schminke.
Was ist der Unterschied zwischen Latex, Schaumlatex und Silikon?
Flüssiglatex trocknet zu einer dünnen, elastischen Haut und wird direkt auf der Haut oder in einer Form aufgebaut; es ist günstig, altert aber schnell und zieht sich beim Trocknen zusammen. Schaumlatex wird aufgeschlagen, in eine Form gegossen und im Ofen geliert — sehr leicht und weich, aber aufwendig. Silikonteile werden in Formen gegossen, bewegen sich wie Haut und sind lichtdurchlässig, aber schwerer und teurer.