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Airbrush

Airbrush für Anfänger: Ausrüstung, erste Übungen, typische Fehler

Was man wirklich zum Start braucht, wie die ersten Übungen aussehen und welche Anfängerfehler sich vermeiden lassen.

Von Redaktion Aura Shop

Kurz gesagt

Für den Einstieg reichen eine Double-Action-Pistole mit 0,3 mm Düse, ein Kompressor mit Drucktank, Wasserabscheider und Druckminderer sowie Acrylfarben mit passendem Verdünner. Die ersten Übungen sind Linien, Punkte und Verläufe auf Papier.

Airbrush wirkt kompliziert, ist aber überschaubar, sobald man das Zusammenspiel von Düse, Druck und Farbe verstanden hat. Der schwierigste Teil am Anfang ist, Fehler richtig zuzuordnen.

Was wirklich gebraucht wird

Die Pistole. Eine Double-Action-Pistole mit Fließbecher und 0,3 mm Düse. Double Action bedeutet: Drücken gibt Luft, Ziehen gibt Farbe. Das ist die Grundlage für Verläufe und feine Linien.

Sehr günstige Pistolen sind aus einem bestimmten Grund problematisch: Ungenau gefertigte Düsen und Nadeln erzeugen Fehlerbilder, die man sich als Anfänger selbst zuschreibt.

Der Kompressor. Drei Merkmale sind wichtiger als die Leistung:

  • Drucktank, damit die Luft nicht pulsiert und der Motor Pausen bekommt
  • Druckminderer mit Manometer, um die Pistole an die Farbe anzupassen
  • Wasserabscheider, weil verdichtete Luft kondensiert und Wassertropfen Löcher in die frische Farbschicht reißen

Die Farbe. Acrylfarben auf Wasserbasis sind geruchsarm und der übliche Einstieg. Der Verdünner des Herstellers enthält Verlaufsmittel und liefert bessere Ergebnisse als reines Wasser.

Das Drumherum. Reiniger, ein Glas dafür, Küchenpapier, ein Sprühnebelfänger oder eine Absaugung, Papier zum Üben.

Die ersten Übungen

Bevor das erste Motiv kommt, gehören diese vier Übungen auf ein Blatt Papier.

1. Gerade Linien. Gleichmäßiger Abstand, gleichmäßige Geschwindigkeit. Luft vor der Linie einschalten, Farbe erst danach zugeben, am Ende zuerst die Farbe zurücknehmen, dann die Luft. Wer die Luft zuerst abschaltet, bekommt einen Farbklecks am Ende.

2. Punkte in gleicher Größe. Danach Punkte in verschiedenen Größen, allein über den Abstand gesteuert.

3. Verläufe. Eine Fläche von deckend nach transparent. Das ist die Kernübung für Double Action.

4. Dagger Strokes. Linien, die von dünn nach dick und wieder nach dünn laufen, gesteuert über Abstand und Nadelweg gleichzeitig.

Diese Übungen sind langweilig und ersparen später viel Frust.

Die drei Stellschrauben

Wenn etwas nicht funktioniert, liegt es fast immer an einer davon:

StellschraubeZu wenigZu viel
Luftdruckkörniges Bild, SpuckenSpinnenbeine, Overspray
FarbverdünnungSpucken, VerstopfenLäufer, Spinnenbeine
AbstandSpinnenbeine, Läuferkörnig, schwacher Auftrag

Als Ausgangspunkt: 0,3 mm Düse, 1,5 bis 2,0 bar, Farbe etwa so dünn wie Milch, Abstand rund zehn Zentimeter. Von dort aus einzeln verändern, nie zwei Dinge gleichzeitig.

Typische Anfängerfehler

Zu dick auftragen. Airbrush lebt von vielen dünnen Lagen. Dass eine Fläche nach der ersten Lage nicht deckt, ist normal.

Farbe nicht sieben. Ein eingetrocknetes Pigmentkorn verstopft die Düse zuverlässig.

Reinigung aufschieben. Angetrocknete Acrylfarbe in der Düse ist der häufigste Grund, warum eine Pistole plötzlich schlecht arbeitet.

Nadel nach vorne herausziehen. Die Nadel wird immer nach hinten entnommen. Nach vorne beschädigt sie die Düsenspitze, und eine beschädigte Düse spuckt dauerhaft.

Düsenmutter zu fest anziehen. Die Düsenspitze ist dünnwandig und reißt.

Reinigung als Routine

Zwischen Farbwechseln: Becher leeren, Reiniger einfüllen, durchsprühen, Becher auswischen, erneut durchsprühen.

Nach der Sitzung: Nadel nach hinten herausziehen und abwischen, Düse und Düsenkappe abnehmen und in Reiniger legen, alles trocken zusammensetzen.

Sicherheit

Airbrush erzeugt lungengängigen Sprühnebel, auch bei wasserbasierten Farben. Absaugung oder Sprühnebelfänger gehören dazu, bei lösemittelhaltigen Farben zusätzlich ein Atemschutz mit passendem Filter. Nicht in Wohnräumen ohne Lüftung und nicht in der Nähe von Lebensmitteln arbeiten.

Weiterlesen

Die Materialkunde zu Pistolen, Kompressoren und Farbsystemen steht in der Übersicht Airbrush. Für den Einsatz am Modell siehe Modellbau.

Häufige Fragen

Brauche ich als Anfänger schon einen Kompressor mit Tank?

Es ist die sinnvollste Einzelentscheidung. Ohne Tank pulsiert die Luft im Takt des Motors, was sich im Sprühbild abzeichnet und beim Lernen für Verwirrung sorgt: Man sucht den Fehler bei sich, obwohl er in der Luftversorgung liegt. Außerdem läuft der Motor ohne Tank durchgehend, wird heiß und laut.

Welche Düsengröße ist für den Anfang richtig?

0,3 mm. Damit lassen sich feine Linien ebenso arbeiten wie Flächen. Kleinere Düsen um 0,15 bis 0,2 mm verstopfen schneller und verlangen sehr dünn eingestellte Farbe, größere ab 0,5 mm sind für großflächigen Auftrag und dickere Farben gedacht.

Kann ich mit Airbrush direkt auf Stoff oder auf die Wand arbeiten?

Ja, aber jeweils mit dem passenden Farbsystem und meist mit größerer Düse. Für Textil braucht es Textilfarben, die anschließend fixiert werden, für Wände wisch- oder wetterbeständige Systeme. Farben lassen sich nicht beliebig auf andere Untergründe übertragen.